Die Mythologie

Der Mythos über "Jason und die Argonauten" handelt von Falschheit, Verrat und Betrug, Heldentaten und legendären Charakteren, Hass und Missgunst, Stolz und Ehre, Magie und Mysterien und letzlich einem tragischen Ende.

In Thessalien und Kolchis

Die Sage startet in Thessalien, wo König Athamas zusammen mit seiner Frau Nephele und ihren beiden Zwillingen Phrixos und Helle regiert. Eines Tages verstößt Athamas Nephele und nimmt sich Ino als seine neue Ehefrau. Allerdings hasst Ino die Zwillinge und so ersinnt sie einen üblen Komplott um diese los zu werden.

Sie löst eine Hungersnot aus und manipuliert gleichzeitig ein Orakelspruch, welcher nun die Opferung der Zwillinge fordert um die Hungersnot zu beenden. Nephele erfährt von dem üblen Schicksal, welches ihren Kindern widerfahren soll, und betet zu den Göttern diese davor zu bewahren. Hermes schickt darauf hin einen magischen, goldenen Widder zu Erden. Der mit der Gabe des Fliegens gesegnete Widder rettet die Zwillinge und bringt diese in das entfernte Kolchis. Jedoch ist es lediglich Phrixos vorbehalten, sicher seine neue Heimat zu erreichen, da Helle während der Reise das Gleichgewicht verliert und zu Tode stürzt.

Aietes, König von Kolchis, heisst den Neuankömmling herzlichst willkommen und verheiratet Phrixos später gar mit seiner damaligen Tochter. Gesegnet von den Göttern opfert Phrixos ob seiner Rettung und seines neuen Glücks voller Dankbarkeit den goldenen Widder und überreicht dessen Goldenes Vlies Aietes als Geschenk. Dieser lässt das kostbare Vlies von einem finsteren Drachen bewachen, da eine Prophezeiung ihm weissagte, er würde so lange leben wie das Goldene Vlies in seinem Besitz verweile.

Zurück nach Thessalien

über Thessalien herrscht nun Pelias, Sohn des Meeresgottes Poseidon. Er hatte sich des Thrones widerrechtlich bemächtigt, in dem er seinen eigenen Bruder Aison und all dessen Nachfahren tötete. Allerdings konnte Aisins Sohn Iason noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Seit jener Zeit lebte Iason bei dem Kentauren Cheiron in Verborgenheit. Cheiron hatte zuvor schon viele Helden ausgebildet und unter seiner Führung wurde auch Iason zu einem starken und weisen Mann. Schließlich scheint der Zeitpunkt gekommen, zu dem Iason den Thron und damit seines Vaters Erbe zurück fordern soll, da er der rechtmäßige König von Thessalien ist.

Pelias leidet seinerseits unter einer Prophezeiung, welche ihm vorhersagt, dass ein Mann mit nur einer Sandale kommen wird um seinen Thron zu fordern. Tatsächlich trägt Iason, als er exakt zu den Festtagen des Poseidon Pelias' Palast erreicht nur eine Sandale, da er die andere während seiner Reise verloren hatte. Pelias begreift, dass die Prophezeiung wahr geworden ist. Er gibt daraufhin vor auf Iasons Forderung einzugehen, wenn dieser ihm als Gegenleistung eine Aufgabe erfüllt, nämlich das Goldene Vlies zu beschaffen. Pelias ist sich dabei sicher, dass diese Aufgabe unmöglich zu erfüllen ist und Iason bei diesem Unterfangen sterben wird.

Wie auch immer: Iason geht auf Pelias' Bedingung ein. Also bittet er den berühmten Schiffsbauer Argus darum, ihm ein Schiff darzubieten. Zudem schart er einige der größten Helden des antiken Griechnelands um sich. Herakles, Philoktetes, Peleus, Telamon, Orpheus, Kastor und Pollux sowie die Boread Brüder - sie alle kommen um an diesem Abenteuer teilzuhaben. Iasons Mut und Entschlossenheit findet Athenes Zuneigung, so dass die Göttin das "Argo" getaufte Schiff segnet. So sind die "Argonauten" bereit zum Aufbruch.

Eine gefährliche Reise

Auf ihrem Weg nach Kolchis hatten die Argonauten viele Abenteuer und Aufgaben zu bewältigen. Auf der Insel Lemnos sehen sich die Helden seltsamen Frauen unter der Führung einer selbst ernannten Königin gegnüber. Diese hatten einst sämtliche ihrer Ehegatten ermordet. Später geht die Mannschaft bei den Dolionen an Land, deren König Kyzikos sie wärmstens empfängt. Als die ihre Reise fortsetzen, gerät die Argo in einen fürchterlichen Sturm, sodasses außer Kontrolle gerät. Als die Argonauten wieder an Land gehen bemerken sie nicht, dass sie sich erneut an den Ufern der Dolionen befinden. In der finsteren Nacht sehen sie ihre Freunde allerdings als Feinde an und beginnen sie zu bekämpfen. In Mysien verlieren die Argonauten einen ihrer Männer, der auf der Suche nach Nahrung von einer Nymphe in einen Fluss gezogen wird.

Schließlich erreichen die Helden Bythynien, das Land des Königs Phineus. Einst hatte er die Gabe der Prophezeiung erhalten, er musste sich jedoch dafür zwischen einem langen Leben mit Blindheit oder einem kurzen Leben mit Augenlicht entscheiden. Durch seine Wahl eines langen Lebens mit Blindheit erzünte er den Sonnengott Helios, welcher ihm darauf hin seltsame Kreaturen, die sogenannten Harpien, schickt, welche halb Frauen und halb Greifvögel sind. Deren Aufgabe ist es seit dem, Phineus nur so viel Nahrung zu lassen wie er es zum überleben benötigt. Die Argonauten empfinden Mitleid mit dem Mann und schlagen die Harpien in die Flucht. Als Gegenleistung für diesen Gefallen verrät Phineus Iason den Weg nach Kolchis und wie man die unheimlichen Symphlegaden passieren kann.

Diese sind gigantische Felsen, die jedes Mal zusammen krachen, wenn etwas versucht diese zu passieren. Jedoch hatte Phineus Iason eine Taube mit gegeben. Er sagte ihm, dass er diese Taube frei lassen sollte, wenn sie sich den "Schmetternden Felsen" näherten. Iason tut wie ihm geheißen und die Felsen nähern sich an. Sie krachen aneinander, doch die Taube schafft es hindurch zu fliegen. Als die Symphlegaden sich nun wieder voneinander entfernten, ruderten die Helden mit all ihrer Macht. Schon wieder näherten sich die Felsen mit einem gewaltigen Getöse an. Doch auch mit Athenes Hilfe schaffte die Argo es, hinduch zu schlüpfen. Seither ist die Magie der Symphlegaden erloschen und die "Schmetternden Felsen" stehen still.

In Kolchis

Als die Argonauten schließlich Kolchis erreichen schreitet Iason direkt vor König Aietes und fordert das Goldene Vlies ein. Wie Pelias zuvor geht dieser offensichtlich unter einer Bedingung darauf ein: Iason soll zwei feuerspeiende Stiere zähmen und mit ihnen die Felder pflügen.

Medea, die mit Magie begabte Tochter von Aietes, verliebt sich beim ersten Anblick in Iason. Sie fürchtet sich daher um Iason, da sie um die Gefährlichkeit dieser Kreaturen weiß. Sie entscheidet sich Iason bei dieser lebensgefährlichen Aufgabe zu helfen und gibt ihm einen magischen Balsam, welcher Iason für einen Tag unverwundbar macht. Am nächsten Morgen wird Iason zu dem Stall der beiden Stiere gebracht. Sofort entbrennt der Kampf als ein Diener Aisons die Stalltüren öffnet. Der feurige Atem der Stiere ist dank Medeas Balsam vollkommen ineffektiv. So schafft es Iason schließlich die Stiere zu besänftigen und pflügt tatsächlich mit ihnen die Felder.

Aietes ist geschockt, denkt sich aber sofort einen neuen Plan aus. Feierlich überreicht er Jason Samen und bittet ihn diese in einer Art Zeremonie auf den frisch gepflückten Acker aus zu säen. Jason ahnt nicht, dass es sich bei den angeblichen Samen um magische Drachenzähne handelt. Gleich nachdem er sie ausgesät hat wachsen daraus seltsame eherne Männer, die mit rostigen Schwertern bewaffnet sind. Erfüllt von Hass attackieren sie Jason sofort. Es ist erneut an Medea, ihren Geliebten zu retten, in dem sie einen Stein inmitten der Kreaturen schmeisst. Dadurch werden sie von Jason abgelenkt und beginnen einen unerbittlichen Kampf um den Stein bis sie sich schließlich selber umgebracht haben. Doch Medea weiß, obwohl ihr Vater eigentlich keine andere Wahl mehr hat, wird er Iason das Goldene Vlies niemals überlassen.

Aus diesem Grunde beschwört sie Iason, dass Goldene Vlies des nachts zu stehlen und gleich darauf Kolchis zu verlassen. Iason stimmt dem zu und sogleich machen sich beide auf in den Hain, wo der finstere Drachen das Artefakt bewacht. Kein Mann wäre im Stande gewesen, diese Kreatur mit Schwert und Schild zu besiegen, jedoch Medea schafft es mit Hilfe ihrer Magie den Drachen außer Gefecht zu setzen. Sie nehmen das Goldene Vlies und setzen sogleich die Segel in Richtung Thessalien.

Die Rückkehr nach Iolkos

Als Iason und seine Gefährten nach Iolkos in Thessalien zurück kehren, treten sie mit dem Goldenen Vlies vor Pelias. Allerdings denkt auch Pelias nicht daran, sein Versprechen einzuhalten und verwehrt Iason seinen Thron. Einmal mehr löst Medea dieses Problem: Vor den Augen Pelias Kinder schlachtet sie einen Widder und wirft diesen in einen Kessel gefüllt mit magischen Zutaten. Sie spricht einige Zaubersprüche und der Widder entspringt wieder geboren dem Kessel. Pelias Kinder sind beeindruckt, wissen sie doch, dass ihr Vater lange den Wunsch hegt, wieder jünger zu sein. Darauf hin bitten sie Medea das gleiche Ritual erneut mit ihrem Vater durchzuführen. Sie töten ihren Vater, jedoch verweigert Medea nun die Durchführung des Rituals: Der unrechtmäßige König von Thessalien ist tot! Dennoch sollte der Thron Iason weiterhin verwehrt bleiben. Pelias Sohn, Akastos, sammelt seines Vaters Truppen und vertreibt Iason, der darauf hin mit Medea nach Korinth flieht.

Dort verbringen sie viele glückselige Jahre und Medea bringt gar 2 Kinder zur Welt mit Namen Mermeros und Pheres. Zu diesem Zeitpunkt könnte die Geschichte in ein glückliches Ende münden. Jedoch erliegt nach einiger Zeit Iason den Reizen of Glauke, der Tochter des Korinther-Königs Kreon, der ihr seine Tochter gar zur Frau anbietet. Iason erbittet sogar Verständnis bei Medea und dass sie freiwillig ihrer Ehe abschwört. Sie willigt offenbar ein, sinnt jedoch im gleichen Moment auf fürchterliche Rache. Sie macht Glauke ein wunderschönes Hochzeitskleid zum Geschenk, welches jedoch mit Gift getränkt wurde. Als Glauke ihr Festkleid anzieht stirbt sie einen fürchterlichen Tod. In ihrer blinden Rage tötet Medea gar ihre beiden Kinder und verschwindet für immer.

Als Iason nach Hause zurück kehrt findet er seine eigenen Kinder tot in ihrem Blut liegen. Jetzt überkommen ihn starke Schuldgefühle und er beendet schließlich sein Leben durch eigene Hand.